Bezirksliga: TSV Schönaich lässt wichtige Punkte in Renningen liegen

Es gibt zweierlei Arten von Spielen im Handball: Solche, bei denen der Sieger recht früh erkennbar ist und solche, die einen offenen Anschein machen und eine spannende Partie zu werden versprechen. Am Samstag gastierte der TSV Schönaich in Renningen und hatte erstmal damit zu kämpfen, die Gastgeber nicht bereits in der Anfangsphase, die Weichen für den zweiten Saisonsieg stellen zu lassen. Die Renninger starteten überfallartig und waren in den ersten Minuten insbesondere über die beiden Außenspieler und Tempo-Gegenstöße erfolgreich. Schnell lag Schönaich mit 2:6 zurück. Aus dem Positionsangriff heraus, kamen die Gastgeber dagegen immer weniger mit der 5-1-Abwehr des TSV zurecht, die auch zunehmend besser funktionierte und den Gästen den Weg ins Spiel ebnete. Der im Eingang erwähnte Typ 2 eines Handballspiels versprach sich abzuzeichnen und der TSV kämpfte sich durch Tore vom starken Christopher Kopp am Kreis in die Partie und ging mit 9:8 in Front. Die starken Anspiele von Volkan Atalay an den TSV-Kreis, bekamen die Gastgeber über die gesamte Spieldauer nicht in den Griff. Abgesehen hiervon war das Offensivspiel der Gäste aber zu einfallslos und einfältig. Überflüssigerweise geriet der TSV in den letzten 20 Sekunden des ersten Spielabschnitts dann nicht nur wieder mit 9:11 in Rückstand, sondern auch in doppelte Unterzahl – alles Tatsachen, die schwere Voraussetzungen für die zweiten 30 Minuten darstellen sollten. Vor großartiger Kulisse konnten die Gastgeber nun ihre Überzahl gut ausspielen und erhielten dabei lediglich vom sehr guten Ralf Hoffstadt im TSV-Tor das nötige Maas an Gegenwehr. Das gute Schiedsrichtergespann belegte den TSV nun mit zwei weiteren Zeitstrafen, die die Schönaicher sichtbar ratlos werden ließen. Die Gastgeber spielten in dieser Phase eine aggressive Abwehr, die den TSV zu Fehlern zwang. Schnell stand es 18:13. Wieder vollzählig, gelang es dem TSV dann nicht mehr ins Spiel zurück zu kommen. Erst schoss man das, zugegeben überragend agierende, Renninger Torhütergespann zum Matchwinner, dann verlor man hinten auch noch zu häufig die Ordnung, die, im Gegensatz zur Vorwoche, durchaus bestanden hatte. Im Endeffekt unterlag der TSV verdient mit 28:20 – in der Dimension jedoch, fiel das Ergebnis vier, fünf Tore zu hoch aus, da die Schönaicher spielerisch phasenweise auf und über Augenhöhe agieren konnten. Fakt ist jedoch, dass man für zwei Auswärtspunkte über 60 Minuten eine konstante Leistung abrufen muss!

Folgende 3 Lehren sollte der TSV aus dem Auswärtsspiel in Renningen mitnehmen:
1. Wer auswärts 20 Tore wirft, kann nicht gewinnen.
2. Situativ clevereres Verhalten erhöht die Chancen auf Zählbares in der Fremde. Hier sind vor allem die 5 Minuten vor und nach der Pause gemeint.
3. Mit 4 Zählern aus 4 Spielen darf eine junge und unerfahrene Mannschaft durchaus in eine Saison starten, muss aber in den kommenden Spielen darauf aufbauen, um den Abwärtstrend zu stoppen und nicht in alte Muster zu verfallen.

Nun hat der TSV etwas Zeit, insbesondere an seiner Wurfeffektivität zu arbeiten, da das nächste Spiel erst wieder für den 27. Oktober angesetzt ist. In den kommenden drei Wochen stehen intensive aber konstruktive Trainingseinheiten an, die die Basis für den „heißen November“ legen sollen. Dann geht es Schlag auf Schlag in der Bezirksliga und die ersten klaren Tendenzen werden sich immer deutlicher in der Tabelle abzeichnen.

Es spielten: Ralf Hoffstadt, Marius Liegert(beide Tor), Julian Wendlandt(5), Paul Sitter(1), Michael Entzminger(1), Cedric Donie, Pascal Block(2), Patrick Ernst, Samuel Niebusch, Christopher Kopp(4), Mark Kniesz(1), Volkan Atalay(6)

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