Packende Punkteteilung im Abendspiel


Es war gegen 21:30, als das Schiedsrichtergespann aus Herrenberg die ereignisreiche Bezirksliga-Partie zwischen der Ersten Mannschaft des TSV Schönaich und der SG Tübingen beendete – Endstand 27:27. Punkteteilung. Niemand wusste so recht, ob er sich freuen sollte, oder dem verlorenen Punkt hinterhertrauern. Das lässt sich vor allem darauf zurückführen, dass das Spiel im Prinzip vier verschiedene Abschnitte beinhaltete, die allesamt einen unterschiedlichen Sieger verdient gehabt hätten.
Zu Beginn merkte man dem TSV die aus der Ergebniskrise resultierende Verunsicherung der vergangenen Wochen an. Vorn einmal mehr zu harmlos und abschlussschwach, hinten nach defensiven Umstellungen zunächst löchrig, begann der TSV fahrig. Schnell gingen die Gäste aus Tübingen mit 6:2 in Führung. Nach 15 Minuten gerieten die Tübinger in Unterzahl und reagierten mit einer überraschenden Auszeit, die wohl dazu dienen sollte, die Unterzahlsituation zu organisieren. Nun wendete sich aber das Blatt und die Gastgeber drehten gehörig auf. Trainer Karsten Zeuschner brachte Sebastian Doth, der mit zunehmender Spieldauer zum „Bombasti“ mutierte und maßgeblichen Anteil an der Aufholjagd bis zur Pause hatte. In diesem Spielabschnitt bekamen die Tübinger überhaupt keinen Zugriff. Resultat war der Pausenstand von 12:10 für die Gastgeber, für die der Halbzeitpfiff zu einem ungünstigen Zeitpunkt kam. Doch unbeeindruckt zeigten sich die Gastgeber auch nach der Pause. Wie bereits vergangene Woche in Calw, überrollten die Schönaicher ihre Gegner in den fünf Minuten nach dem Seitenwechsel fast und zogen auf 16:11 davon. Doch nun folgte der Knackpunkt. Aus unerklärlichen Gründen gelang es dem TSV wieder nicht, die Nerven zu behalten und Teil 3 der abwechslungsreichen Partie bahnte sich an – die Aufholjagd der Gäste, die bis zur 50. Minute auf Unentschieden stellen konnten und in der 52. Minute sogar mit 23:22 in Führung gingen. Konsternierte Blicke der Schönaicher waren sich dessen sofort bewusst, was hier passiert war. Man hatte sicher geglaubte Punkte aus der Hand gegeben, weil man die Punkte sicher geglaubt hatte. Überflüssigerweise hatte die SG Tübingen immer noch Lust auf Handball und erzielte 6 Minuten vor Schluss den Treffer zum 27:24. Es sollte der letzte Treffer der Tübinger an diesem Abend gewesen sein, denn nun bewiesen die Gastgeber Moral und setzten durch Doth, Atalay und Block dem Spiel die Krone auf. 27 Tore hier, 27 Tore da. Abpfiff.

Man könnte das Spiel nun einfach abhaken und es als ,,Werbung für den Bezirksliga-Handball“ deklarieren. Dennoch wäre beiden Seiten ein Sieg an diesem Tag durchaus möglich gewesen, weswegen die Punkteteilung im Endeffekt wohl auch das gerechte Ergebnis zu sein scheint. Wichtig war der Punkt für die Schönaicher vor allem aus dem Grund, da kommende Woche das schwerste Spiel der Saison, bei Ligaprimus Mössingen, ansteht. Insofern gilt es, weiter an sich zu arbeiten und nach vorn zu schauen.

Es spielten: Ralf Hoffstadt, Marius Liegert (beide Tor), Julian Wendlandt (5) ,Paul Sitter (1), Michael Entzminger (1) ,Cedric Donie (2), Pascal Block (4), Patrick Ernst, Samuel Niebusch (2), Sebastian Doth (6), Julian Weck, Christopher Kopp, Mark Kniesz, Volkan Atalay (6)

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