Hochverdienter Heimsieg mit Wehrmutstropfen

Die TSV-Frauen können es noch – Das muss die Botschaft sein, die aus dem letzten Heimauftritt der Ersten Frauenmannschaft im Jahr 2018 gezogen wird. Nach zuletzt schwachen Leistungen gegen zwei Topteams der Liga, schaffte die Mannschaft um das Trainerteam Niebusch/Probst am vergangenen Samstag den ,,Turnaround“, wie es heute so schön heißt, wenn eine Mannschaft nach längerer Serie von Nichterfolgen, wieder auf die Siegerstraße einbiegen kann. Dabei gelang es dem Trainergespann, die Mannschaft im Derby gegen den TSV Ehningen 2, wieder auf jene Qualitäten zurückzubesinnen, die die Frauen bereits in der Anfangsphase dieser Saison stark gemacht hatten: Schnelles Umschaltspiel, mannschaftliche Geschlossenheit und eine stabile Abwehrarbeit mit Torhüterinnen, auf die zu jedem Zeitpunkt Verlass ist. All dies zeigten die Damen aus Schönaich vom Anpfiff weg und konnten dadurch auch den Ausfall ihrer Kreisläuferin Melanie Russ kompensieren. Yvonne Frank sprang in die Bresche und traf gleich in den Anfangsminuten doppelt. Während die erste Viertelstunde hierbei noch ein enges Spiel anzukündigen schien, zündeten die Spielerinnen des Heimteams ab der 13. Minute den Turbo und setzten sich vom Stand von 6:3, auf zehn Tore zur Pause ab. Die Schlusspunkte auf Hälfte eins setzten Saskia Baumert und Sarah Mezger zum 14:5 und 15:5. Letztere entwickelte mit dem Beginn des zweiten Durchgangs eine, bis dato nicht gekannte, Expertise für sehenswerte Treffer von der linken Außenposition, von welcher sie die Hälfte ihrer vier Torerfolge feiern konnte. Hinten ließen die TSV-Frauen auch weiterhin wenig bis nichts anbrennen und spielten auch in der zweiten Halbzeit weiter kurze Pässe, über möglichst wenige Stationen nach vorn, bis zum gegnerischen Tor. Immer wieder konnten andere Spielerinnen in Position gebracht werden, sodass die Torschützenliste im Endeffekt auch ein sehr buntes Bild abgibt. Je fünfmal Monika Ragusa und Nathalie Krauß, sowie sechsmal Juliana Probst und Alicia Gorse, ebneten den Weg zum deutlichen Heimerfolg von 35:10, gegen eine immer konternierter wirkende Gästemannschaft, die im Endeffekt zu keinem Zeitpunkt an Punkten in Schönaich schnuppern durfte.

Der TSV steht nach Abschluss der Hinrunde mit 12:6 Punkten auf Platz 3 der Kreisliga-Tabelle und schielt weiterhin nach oben, auf die Aufstiegsplätze. In der nächsten Woche können die Schönaicherinnen noch vom TSV Ehningen 1 überholt werden, was jedoch nichts an der sehr erfreulich verlaufenen Hinrunde ändert. Auf den Tabellenführer sind es zur Rückrunde dann maximal vier Punkte Abstand, die definitiv nicht unaufholbar sind.

Bei allem Jubel über die zwei Heimpunkte und das positiv verlaufene Heimjahr 2018, dämpfte eine Personalie, die der Mannschaft bereits unter der Woche mitgeteilt wurde, die Freude über den Sieg. So gab Trainer André Niebusch am Samstag Abend bekannt, dass er sich mit dem Ende der Hinrunde, auf Anraten seines Arztes, aus gesundheitlichen Gründen gezwungen sieht, kürzer zu treten. Vom erfolgreichen Gespann bleibt dann vorerst nur Rüdiger Probst übrig, der sich fortan allein an der Seitenlinie zurecht finden muss. Bei Bedarf steht André Niebusch dennoch, sowohl an Spieltagen, als auch bei der einen oder anderen Trainingseinheit, weiterhin zur Verfügung. Insofern ist das kongeniale Trainer-Duo in der Rückrunde nicht gänzlich entzweit, sondern wird sich lediglich in neuen Rollen wiederfinden. Rüdiger Probst blickt derweil schon recht zuversichtlich nach vorn und kommentiert die fortan veränderten Umstände: ,,Klar ist es schade, doch wir bekommen das schon irgendwie hin.“

Neue Vorzeichen stehen also über der Rückrunde, die für die TSV-Frauen bereits Mitte Dezember mit einem Auswärtsspiel in Böblingen beginnt. Das Hinspiel haben die Schönaicherinnen klar gewonnen, weshalb die Vorzeichen für einen erfolgreichen Jahresabschluss nicht allzu schlecht stehen.

Es spielten: Daniela Kühn, Yvonne Wichert (beide Tor), Sarah Mezger (4), Saskia Baumert (2), Monika Ragusa (5) Alicia Gorse (6), Nathalie Krauß (5), Juliana Probst (6), Anna-Maria Wichert (2), Wiebke Ringels, Nadine Kreuzer (3), Yvonne Frank (2)

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