Blitzinterview 3 – Paul Sitter

Heute geht es mit unserem Kapitän weiter…

Name: Paul Sitter
Geburtsdatum: 19.06.1989
Größe: 1,89
im Verein seit: 1993
Position: Halblinks

Presseabteilung (PA): Hast Du ein handballerisches Vorbild und falls ja, wer und warum?
Paul (P): Ja, habe ich und zwar Mimi Kraus. Ich bin immer wieder begeistert, was für ein kompletter Handballer er ist: Torabschluss, Sprungwurf, Schlagwurf, Kreisanspiele, Übersicht, Taktische Anlagen und darüber hinaus neben dem Platz mega sympathisch und immer mit einem lustigen Spruch auf den Lippen. Da versuche ich mich schon auch an ihm zu orientieren.

PA: Welche Rolle siehst Du für Dich abseits des Platzes in der Mannschaft?
P: Da mir seit vier/fünf/sechs Jahren immer wieder auffällt, dass ich nach Spielen und Trainingseinheiten nach Feedback gefragt werde, kommt mir da glaube ich eine ganz entscheidende Rolle zu.

PA: An welches Handballspiel wirst Du Dich wahrscheinlich für immer erinnern und warum?
P: Das war ganz klar am 14. Oktober 2006: Ich war gerade 17 Jahre alt und Klaus Wanner Trainer der Ersten Mannschaft. Ich glaube der Gegner war Nebringen/Reusten. Es war die ganze Zeit wahnsinnig knapp und ich habe ein ganz gutes Spiel gemacht mit drei/vier Feldtoren (damals noch auf außen), weshalb ich auch in der zweiten Halbzeit fast durchspielen durfte. Fünf Minuten vor dem Ende haben wir dann einen Siebenmeter bekommen und der Klaus Wanner hat mich angeschaut und gesagt: „Komm Paul, hau den jetzt rein.“ und ich war eben einfach überrascht, weil ich damit als 17-jähriger und frisch in der Mannschaft nicht gerechnet habe. So habe ich dann ein Siebenmetertor gemacht und das Ganze im Angriff darauf sogar noch wiederholt, als wir nochmal einen Siebenmeter bekommen haben. Das Spiel haben wir am Ende mit ein oder zwei Toren gewonnen und ich werde das Spiel nie vergessen, weil das Tollste erst hinterherkam, weil ich nach dem Spiel mit der Marina zusammengekommen bin.

PA: Gibt es etwas, das Du an Dir gerne ändern würdest, es aber nicht ändern kannst?
P: Wenn es im Spiel nicht perfekt läuft, werde ich leicht mal etwas toxic oder aggressiv, was bei den Emotionen die da dabei sind eigentlich auch ganz normal ist. Da hilft es glaube ich dann nur, wenn mich der Trainer kurz drei Minuten rausnimmt und ein paar beruhigende Worte findet.

PA: Heute ist Matchday: Welches Ritual darf nicht fehlen?
P: Meistens schaue ich mir zuerst auf YouTube noch irgendwelche Handballclips an. Vor dem Spiel bleibe ich immer noch gerne recht lange in der Kabine und lasse die Musik auf mich wirken. Ich spiele dann auch immer mit denselben Socken.

PA: Welchen Stellenwert hat Harz für Dich im Handball?
P: Harz gehört zum Handball. Da in Schönaich aber noch nie Harz erlaubt war, habe ich auch kein Problem damit, darauf zu verzichten. Umso schöner sind dann die Auswärtsspiele, bei denen wir harzen dürfen, weil die Ballkontrolle dann nochmal etwas ganz Anderes ist. Da wird aus meinem Weibliche-C-Jugend-Wurf auf einmal ein Männerwurf (lacht).

PA: Wo siehst Du Dich handballerisch in fünf Jahren und wo in zehn?
P: Nicht mehr auf dem Spielfeld. Ob daneben, als Trainer oder Betreuer, kann ich jetzt noch gar nicht sagen. An sich kann ich mir eine Trainerkarriere aber gut vorstellen, da ich ja auch schon viele Jahre mit Marina zusammen Jugendtrainer war und wir einerseits recht erfolgreich waren und andererseits die Truppe im Griff hatten. Das Besondere ist, dass ich inzwischen mit einigen, die ich damals trainiert habe, zusammenspiele, was mir eine richtig große Ehre ist und mit eine der tollsten Sachen, die mir bisher im Handball passiert sind. Sollte ich nochmal Trainer werden, dann aber eher im aktiven Bereich.

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