TSV rettet Führung im Reusten-Krimi über die Zeit

Strahlende Gesichter und Erleichterung nach Schönaicher Zittersieg im zweiten Saisonspiel

Im ersten Heimspiel der noch jungen Bezirksliga-Spielzeit konnte der TSV Schönaich am Samstagabend den ersten Saisonsieg feiern. In einem packenden und an Dramatik nur schwer zu überbietenden Handballspiel dominierte der TSV das Auswärtsteam der SG Nebringen/Reusten über weite Strecken und zog auf der Anzeigetafel zweimal klar davon, verpasste es jedoch, der Moral der Gäste den Zahn zu ziehen. So kämpfte sich die SG zweimal ins Spiel zurück und konnte die Hoffnung auf einen Auswärtspunkt bis zum letzten Angriff aufrechterhalten, steht nach zwei Spielen jedoch trotzdem weiter mit null Zählern da. Unterdessen darf sich der TSV nach dem nicht unverdienten aber aufgrund fehlender Cleverness in der spielentscheidenden Phase glücklichen 31:30-Heimsieg (Halbzeitstand: 18:15) über die ersten Zähler und einen 2:2-Start in die Saison freuen.

Ohne Linksaußen Philipp Luburic, dafür mit dem in den Kader zurückgekehrten Rückraumspieler und Abwehrspezialisten Dominik Block startete der TSV die Mission „Heimsieg“ gegen die ebenfalls mit einer Auftaktniederlage gestartete SG Nebringen/Reusten vor knapp 60 zugelassenen Zuschauern in der Schönaicher Sporthalle. Die Gäste fanden in den Anfangsminuten besser in die Partie, konnten die ersten Torerfolge verbuchen und stellten früh auf 1:4 (7.). Die SG Nebringen/Reusten verteidigte das Angriffspiel des TSV von Beginn an mit einer Manndeckung gegen Spielmacher Volkan Atalay, was bei den Schönaichern offensiv zunächst einige Unkonzentriertheiten und Nervosität hervorrief. Zwei Treffer von Rechtsaußen Michael Entzminger stellten den Anschluss zum 3:4 (9.) her und legten den Grundstein für die torreichste Phase des Spiels, die von technischen Fehlern, schnellen Gegenstößen und effektiven Angriffsreihen auf beiden Seiten geprägt sein sollte. Nach 20 Minuten zeichnete sich ein ausgeglichenes Bild beider Teams ab, die sich beim Stand von 10:10 neutralisierten, ehe sich der TSV erstmals etwas absetzen konnte. Die Schönaicher um ihren Kapitän Volkan Atalay, der sich nun zunehmend mehr ins Angriffsspiel einschalten konnte und das TSV-Spiel trotz Manndeckung zu dirigieren begann, starteten einen 6:1-Lauf und setzten sich durch je zwei Treffer von Atalay selbst, Kreisläufer Sven Bayer und erneut Rechtsaußen Michael Entzminger, der an diesem Abend insgesamt sieben Treffer erzielen und im Abschluss fehlerfrei bleiben sollte, auf 16:11 (27.) ab. Immerhin konnten sich die Gäste über die „Schnelle Mitte“ bis zur Pause wieder auf drei Treffer an den TSV herankämpfen, was die beiden Teams mit einer 18:15-TSV-Führung in die Halbzeitpause entließ. Nach Wiederanpfiff hatte die Drei-Tore-Führung der Schönaicher zunächst weiter Bestand, wenngleich die Gäste zunächst wie schon im ersten Durchgang den etwas wacheren Eindruck machten und sich zum 22:22 (42.) zurückkämpften. TSV-Coach Hoss griff zur Auszeit, um den Lauf der Gäste zu stoppen und seinem Team neue Instruktionen mit auf den Weg zu geben – mit Erfolg. Atalay, Entzminger, Bayer und der nun erstmals auf der Mittelposition eingesetzte Samuel Niebusch, der seine Sache hierbei gut machte, stellten beim 26:22 (48.) den alten Abstand wieder her, der so bis zum 31:27 (55.) auch halten sollte und beim einen oder anderen bereits das Gefühl einer Vorentscheidung hervorgerufen haben dürfte. Diese sollte es mit Nichten gewesen sein, denn in den Schlussminuten verloren die Schönaicher auf schwer erklärliche Art und Weise gänzlich das Offensiv-Konzept und kamen nicht mehr zu Torerfolgen. Defensiv funktionierten die Schönaicher jedoch weiterhin. So schmolz der Vorsprung Minute für Minute weiter und packende Schlussminuten nahmen ihren Lauf, die unter dem Strich das glücklichere Ende für den TSV mit sich bringen sollten. Nicht zuletzt TSV-Schlussmann Marius Liegert, der insbesondere in der Schlussviertelstunde einige wichtige Paraden beisteuerte, war es abschließend zu verdanken, dass den Gästen die Zeit nicht mehr reichen und der Endstand 31:30 lauten sollte.

Im Endeffekt bleibt festzuhalten, dass die Schönaicher vor heimischem Publikum weiterhin eine Macht bleiben und mit zwei Zählern aus zwei Spielen einen soliden Saisonstart feiern dürfen. Nichtsdestotrotz dürfte beim TSV die erneut verkorkste Schlussphase in den kommenden Trainingseinheiten für Gesprächsstoff sorgen. Im Gegensatz zum Altensteig-Auftakt hatten die Schönaicher diesmal zwar das positive Ende und das Publikum auf ihrer Seite; der Umgang mit der eigenen Führung in den Schlussminuten dürfte dennoch einmal mehr mit „fahrlässig“ überschrieben werden.

Es spielten: Ralf Hoffstadt, Marius Liegert, Leopold Schmidt (alle Tor), Pascal Block (4), Pascal Mezger (3), Michael Entzminger (7), Daniel Probst, Dominik Block, Patrick Ernst, Samuel Niebusch (3), Julian Weck (1), Christopher Kopp (2), Sven Bayer (4), Volkan Atalay (7)

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