Erste Mannschaft besteht Charaktertest und unterliegt Calw dennoch knapp

Ohne vier potentielle Stammspieler angereist, gastierte die Erste Mannschaft des TSV Schönaich am vergangenen Samstag in Calw bei der auf dem Papier klar favorisierten SG HCL. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelang es dem Team von Martin Hoss dabei mit zunehmender Spieldauer immer besser, sich in die Partie zu kämpfen und den von den Gastgebern zwischenzeitlich wohl zu sicher geglaubten Heimsieg bis in die Schlussminuten hinein ernsthaft zu gefährden. Erst drei Sekunden vor dem Ende fiel mit dem Treffer zum 31:29 für die Calwer schließlich die Entscheidung. So steht der TSV nach dem Kurztrip in den Schwarzwald zwar mit leeren Händen da, kann aufgrund der gezeigten Willensleistung aber dennoch stolz auf sich sein.

In ungewohnter Abwehrformation verlief der Start in die Partie für den TSV zunächst holprig. Zwar waren den Schönaichern Wille und Glaube an eine kleine Überraschung in Calw von Beginn an anzumerken, doch dauerte es einige Minuten und technische Fehler lang, bis das Hoss-Team sich an die offensive Abwehr der Gastgeber zu gewöhnen schien. So konnte der Calwer Blitzstart (8:4, 13.) zwar relativ schnell durch einen Doppelschlag von Samuel Niebusch und Julian Weck repariert werden (8:6,14.), die Calwer ließen sich jedoch zunächst nicht aus dem Konzept bringen und zogen bis zur 18. Spielminute wieder auf 12:7 davon. Bis zum Pausenpfiff hatte die Fünf-Tore-Führung des Heimteams Bestand (18:13). Nach dem Seitenwechsel gaben die Gastgeber zwar weiterhin Gas und erhöhten die eigene Führung zwischenzeitlich sogar auf 20:14 (36.), sahen sich dann jedoch einer Leistungssteigerung der Schönaicher ausgesetzt, die realisiert zu haben schienen, dass die Calwer trotz des deutlichen Rückstandes und der personellen Ausgangslage keine unüberwindbare Hürde darstellten. Angetrieben vom starken Mittelmann Samuel Niebusch, der in der Offensive immer wieder feingeistige Lösungen fand und Überraschungsmomente für sich und seine Mitspieler kreieren konnte, holte der TSV Tor für Tor auf und stellte in Folge eines 5:0-Laufes vom ursprünglichen 21:15 (37.) bis zum 21:20 (43.) durch Treffer von Kopp, Entzminger, Block, Weck und Mezger bei sichtbarer Verunsicherung der Calwer plötzlich wieder den direkten Anschluss her. Diese reagierten prompt mit einer Auszeit, sammelten sich, hatten die Reaktion parat und zogen zehn Minuten vor dem Ende wieder auf vier Tore davon (26:22). Erneut fanden die Gäste aus Schönaich jedoch eine Antwort, kämpften hinten um jeden Ball und verkürzten vorn postwendend auf 26:25 (53.). Für die Schlussphase bahnte sich somit eine Nervenschlacht an. Beide Fanlager machten sich in der spannungsgeladenen Walter-Lindner-Sporthalle immer lautstarker bemerkbar und eine hitzige Atmosphäre begleitete die Partie in den letzten Minuten. Die Calwer schienen nun zunächst die besseren Nerven zu haben und distanzierten die Gäste wieder auf 30:27, was zwei Minuten vor dem Ende unter normalen Umständen auch gleichbedeutend mit der Entscheidung gewesen wäre. Doch der TSV steckte immer noch nicht auf, antwortete durch Pascal Block und Samuel Niebusch, die gut 40 Sekunden vor dem Ende den erneuten Anschluss für die Gäste erzwingen konnten. Die heimische SG blieb nun jedoch cooler, spielten die Zeit intelligent herunter und provozierten gegen die TSV-Manndeckung ein wertvolles Foulspiel, welches in Kombination mit dem letztlichen Treffer zum 31:29 unmittelbar vor dem Ende die finale Entscheidung darstellen sollte.

Ein großer Kampf-Akt im zweiten Durchgang, der Glaube an die eigenen Stärken und die mannschaftliche Geschlossenheit mit einer im Spielbericht nachvollziehbaren Torgefahr über verschiedene Akteure und Positionen hätte dem TSV gegen die junge Calwer Mannschaft beinahe zwei Zähler eingebracht. So bleibt den Schönaichern neben der Erkenntnis, dass letztlich je ein Quentchen Glück und Cleverness zum Punktgewinn gefehlt haben dürften, vor allem viel Positives, das aus dem Schwarzwald mit in die neue Trainingswoche genommen werden kann. Mit einem ähnlich couragierten Auftritt in den kommenden Partien dürften dann auch wieder die tabellarisch wichtigen Resultate für eine weitere Bestätigung der Arbeit von Trainern und Team eintreten. Eine gute Gelegenheit hierfür besteht direkt in der kommenden Woche: Am Samstagabend empfangen die Schönaicher die Bezirksliga-Aufsteiger vom VfL Nagold.

Es spielten: Ralf Hoffstadt, Marius Liegert (beide Tor), Pascal Block (5), Pascal Mezger (1), Michael Entzminger (2), Patrick Ernst (2), Samuel Niebusch (7), Julian Weck (4), Nick Gärtner, Christopher Kopp (3), Sven Bayer (4), Hannes Fehrenbacher (1)

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