TSV-Erste verpatzt auch zweites Saison-Heimspiel

Der TSV Schönaich hat auch sein zweites Heimspiel in der laufenden Handball-Bezirksliga-Saison verloren. Nachdem die Schönaicher vier Wochen zuvor gegen den TSV Betzingen bereits chancenlos waren, unterlag das Team von TSV-Coach Martin Hoss am Samstag zu Hause auch der SG Nebringen/Reusten. Waren die Schönaicher im ersten Durchgang nach großen anfänglichen Schwierigkeiten eigentlich die bessere Mannschaft und sogar mit einem knappen 13:12-Vorsprung in die Kabine gegangen, verlor der TSV im zweiten Spielabschnitt gänzlich die Kontrolle über Emotionen, Kopf und Spiel und ließ sich in der Konsequenz von den Gästen überrennen. Endstand nach einer schwer greifbaren zweiten Halbzeit war ein 29:34 für die SG.

Durch einige wiedergenesene und andere zwar angeschlagene, aber rechtzeitig fit gemeldete Akteure mit einer positiven Grundemotion ausgestattet in die Partie gegangen, begann der TSV Schönaich schwach und verschlief die Anfangsphase komplett, sodass sich Trainer Hoss bereits nach elf Minuten zur ersten Auszeit genötigt sah, in der er seine Mannschaft lautstark und mit zwischenzeitlichem Erfolg wachrüttelte. Hatte der TSV vor der Auszeit mit 2:5 zurückgelegen, sammelten sich die Schönaicher, steigerten defensiv die Aggressivität und offensiv die Zielstrebigkeit. Vom 5:8 (17.) an, übernahmen die Gastgeber die Spielkontrolle und kamen durch Treffer vom treffsicher auftretenden Pascal Block (2, insgesamt 8) sowie von Samuel Niebusch und Christopher Kopp zum 9:9-Ausgleichstreffer (21.). Bis zur Pause ergab sich ein enger Schlagabtausch, der in eine knappe 13:12-Pausenführung nach einem sehenswerten Kempa-Treffer durch den abermalig erfolgreichen Pascal Block führte (30.). Nach dem Seitenwechsel rückte für die TSV-Akteure im Zuge einer Serie von 50:50-Entscheidungen zu Ungunsten der Schönaicher vorwiegend das Schiedsrichtergespann in den Fokus. Die defensive Konzentration schwand, der TSV sah sich einer schnellen Angriffswelle nach der anderen ausgesetzt und haderte konstant mit sich und der Welt. Zwar gelang es den Schönaichern auch das eigene Spiel zu beschleunigen; vorn erhöhten sich in der Konsequenz sowohl Tor- als auch Fehlerfrequenz, defensiv machten die Schönaicher den Gästen das Leben nun jedoch zu einfach und man zollte dem hohen Tempo Tribut, indem man unter der Trainingswoche bereits angesprochene Defizite im Rückzugsverhalten auch im Spiel offenbarte. Immer wieder gelang es den Gästen, binnen wenigen Angriffssekunden den schnellen Abschluss zu bekommen. War die erste Halbzeit mit zwölf Gegentreffern im Rahmen dessen, was als „solide“ bezeichnet werden kann, zeigte sich der TSV im zweiten Abschnitt defensiv stellenweise desolat und weder die Feldspieler noch die TSV-Torhüter bekamen nun mehr Zugriff auf die Gäste. Über das letztmalige Unentschieden, das Saison-Debütant Philipp Luburic nach knapp 40 Minuten erzwang (17:17), setzten sich die Gäste in der Folge ab und führten eine Viertelstunde vor dem Ende erstmals mit vier Treffern (21:25, 46.). In den Schlussminuten versuchten die Schönaicher nun vieles, um die Gäste noch einmal aus dem Konzept zu bringen und schienen – erneut zu spät in der Halbzeit – wieder Feuer gefangen zu haben. Zu mehr als dem Zwei-Tore-Anschluss beim 27:29 (55.) sollte es jedoch auch aufgrund mangelnder Kaltschnäuzigkeit in der Chancenverwertung nicht mehr reichen. Die Gäste nutzten den Rückenwind des zweiten Spielabschnitts in den Schlussminuten konsequent aus und besiegelten den Auswärtssieg durch das letzte Tor der Partie zum 34:29-Auswärtssieg unmittelbar vor dem Spielende.
Nach vier Partien stehen somit auf dem TSV-Punktekonto weiterhin lediglich die zwei Zähler aus dem Auswärtsspiel in Tübingen und der TSV Schönaich muss den Blick mit seiner Mannschaft zunächst an das Tabellenende richten. Nach zwei Wochen mit der Möglichkeit zur Aufarbeitung des Reusten-Spiels steht am Samstag in zwei Wochen bereits das nächste Heimspiel gegen Ober-/Unterhausen 2 an.

Es spielten: Ralf Hoffstadt, Marius Liegert (beide Tor), Pascal Block (8), Pascal Mezger (1), Michael Entzminger, Dominik Block, Patrick Ernst, Samuel Niebusch (5), Julian Weck (1), Philipp Luburic (5), Christopher Kopp (3), Sven Bayer, Hannes Fehrenbacher, Volkan Atalay (6)

Abschließend folgen noch zwei kurze Anmerkungen in eigener Sache:

  1. Von der Tribüne kamen am vergangenen Samstag teils unsportliche Zwischenrufe, für die es sich stellvertretend zu entschuldigen gilt. Unmut und Kritik an strittigen Schiedsrichter-Entscheidungen gehören zum emotionalen Handball dazu. Persönliche Beleidigungen gegen jegliche Akteure auf dem Platz tun es nicht. Hier sind ausnahmslos alle an einem Handballspiel Teilnehmenden in die Pflicht zu nehmen.
  2. Zudem hat das Spiel gegen die SG Nebringen/Reusten erneut ein grundsätzliches Problem beim TSV offengelegt. Da der TSV aktuell lediglich einen aktiven Schiedsrichter stellt und vom Bezirk daher seltener bei Schiedsrichteransetzungen berücksichtigt wird, musste die SG Nebringen/Reusten am Samstag vom TSV um Schiedsrichter-Aushilfe gebeten werden. Die Handballabteilung des TSV Schönaich sucht aus diesem Grund einerseits kurzfristig und bereits für die kommenden Wochen potentielle, regelkundige Referees, die die TSV-Heimspiele an der Pfeife begleiten können. Darüber hinaus werden alle Handballfreunde des TSV Schönaich dazu aufgerufen, sich darüber Gedanken zu machen, ob sie sich nicht im Schiedsrichterwesen in den Verein einbringen können. Zu einem Handball-Spiel gehören ebenso wie Spieler, Trainer, Betreuer und Fans auch die Unparteiischen.

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